
Alejandro Rangel Segovia, Generalsekretär des SITIMM, erläutert, wie soziale Führung, authentische Tarifverhandlungen und gewerkschaftliche Demokratie die Rolle des Gewerkschaftsvertreters stärken und mehr als 55.000 Mitgliedern auf dem Weg zum 50. Jahrestag der Gewerkschaft zugutekommen.
_Von: Lic. Alejandro Rangel Segovia, Generalsekretär des SITIMM_
Seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert sind Gewerkschaften ein zentraler Bestandteil des Arbeitslebens sowie des politischen und gesellschaftlichen Lebens unseres Landes. Die Geschichte des Gewerkschaftswesens ist mit der Entwicklung der Industrie verbunden, die die Migration von Hunderttausenden von Arbeitnehmern vom Land in die großen Fabriken erforderte.
Der heutige Gewerkschaftsbewegung muss Vorreiter neuer Ausdrucksformen des Arbeitskampfes sein, Verfahren der **authentischen Tarifverhandlung** garantieren und die **gewerkschaftliche Demokratie** durch eine persönliche, freie, direkte und geheime Stimmabgabe wahren. Sie muss zudem eine neue Form und Kultur organischer, demokratischer und transparenter Führung etablieren. Sie muss unserer Arbeiterbasis ein Vorbild sein, die durch die Einheit in der gewerkschaftlichen Arbeit eine nahbare und ergebnisorientierte Vertretung verdient.
Führung ist ein grundlegender Bestandteil der heutigen Gewerkschaftsarbeit. Die Persönlichkeit einer Führungskraft spielt ihrerseits eine entscheidende Rolle für die Leistung einer Gruppe; im Mannschaftssport etwa ist es meist der Wettbewerbsstärkste, der die Führungsrolle übernimmt — doch er sucht nicht die individuelle, sondern die kollektive Anerkennung: Er strebt danach, dass das Team die besten Ergebnisse im Wettbewerb erzielt.
Im Arbeitsumfeld ist die Führung durch das mittlere und obere Management der Unternehmen entscheidend für die optimale Leistung aller Beteiligten. Empathie ist unerlässlich für das Wachstum der Unternehmen — die Bedingungen zu kennen, unter denen jedes Teammitglied arbeitet, und Situationen lösen zu können, die die Leistung des wertschöpfenden Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin beeinträchtigen könnten.
Jede Führungsposition ist eng mit dem Bewusstsein verbunden, dass alles, was wir für unseren Geist und Körper tun, sich auf unsere Rolle als Führungskraft auswirkt. Wer ein gesundes Leben führt (mit allem, was dazugehört), hat ein geringeres Risiko, schwere Krankheiten zu entwickeln, die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Willenskraft ist somit ein entscheidender Faktor, um eine gute Führungskraft zu sein, ein gesundes Leben zu führen und im Beruf besser zu performen.
Der Wille zum Handeln ist grundlegend: Gewohnheiten, die uns wenig nützen, durch Aktivitäten mit positivem Einfluss zu ersetzen (bessere Ernährung, körperliche Aktivität, Lesen, kontinuierliches Lernen), nützt direkt unserer Familie, der Gesellschaft und unseren Arbeitskollegen.
Führung hat je nach Anwendungsbereich viele Definitionen; bei SITIMM haben wir uns darauf konzentriert, eine **soziale Führung** aufzubauen. Diese Art von Führung dient anderen und fordert jeden unserer Gewerkschaftsvertreter dazu auf, zunächst sich selbst zu führen — mit Selbstkontrolle und proaktiver Haltung.
Es gibt Themen, die für unsere Arbeiterbasis grundlegend sind: bessere Löhne und Sozialleistungen zu erzielen, ihnen eine wirksame, nahbare und ergebnisorientierte gewerkschaftliche Betreuung zu bieten und sie in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Wenn unsere Vertretenen sehen, dass wir proaktiv sind und unsere Haltung auf die Verbesserung ihrer Bedingungen ausgerichtet ist, werden sie unsere Anstrengung mit der Zeit anerkennen, und es entsteht mehr Synergie in der Organisation und an den Arbeitsplätzen.
Für SITIMM sind Verfahren der authentischen Tarifverhandlung von größter Bedeutung. Sie gründen sich auf Forderungskataloge, die auf schriftlichen und mündlichen Umfragen unter unseren Kollegen während der Rundgänge an den Produktionslinien basieren. Diese Nähe und Proaktivität ermöglichen es, die wichtigsten Forderungen der Kollegen zu verteidigen, stets unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und des sozialen Umfelds insgesamt.
Angesichts des derzeitigen Mangels an Teilen und Mikrokomponenten werden die Verhandlungen dank der Führung unserer Gewerkschaftsvertreter und der Unternehmensvertreter regelmäßig fortgeführt, damit Arbeitnehmer und Unternehmen eine Einigung erzielen, die den Geldbeutel unserer Mitglieder so wenig wie möglich belastet. Genau darin bestehen gewerkschaftliche Proaktivität und soziale Führung.
Gewerkschaftsvertreter zu sein ist ein Grund zum Stolz und bringt eine Reihe von Verantwortlichkeiten und Befriedigungen mit sich. Zugunsten der Kollegen zu handeln, ist an sich ein Symbol der Führung; dass unsere Mitglieder das Vertrauen haben, sich an uns zu wenden, und wissen, dass sie von einer Gewerkschaftsführungskraft unterstützt werden — und dass hinter dieser Führungskraft SITIMM steht — das ist **Echter Gewerkschaftsgeist**.
So erreicht unsere Gewerkschaftsorganisation mit klarem Kurs ihren **50. Jahrestag**, um die Beschäftigungsstabilität, die wirtschaftliche Entwicklung sowie das soziale Wohlergehen ihrer mehr als **55.000 Mitglieder** und ihrer Familien zu erhalten und zu garantieren.